Kann das weg oder kann das noch was?

15.08.2019

Mein Problem: Eine hässliche Ecke im Kundenbereich. Die Lösung: Etwas vorstellen. Aber was? Moment! Da sind doch zwei herrenlose Flaschenkisten in der Küche. Die gestapelt ergeben die perfekte Höhe. Leider ist dann die hässliche Ecke mit hässlichen Kisten vollgestellt. Ein todbringender Kreislauf, den es zu durchbrechen gilt. Wie? Na es muss möglichst ein Tacker ins Spiel. Kann es nicht getackert werden, ist die Idee gleich zu verwerfen. Bloß nix bohren oder schrauben. Vielleicht noch kleben. Wie bekomme ich das jetzt irgendwie so hin, dass es aussieht als könnte es was? Ich wusste, wir hätten keine Ausmistaktion machen sollen. Jetzt bekomme ich die Retourkutsche. Zum Glück sind wir von kurz-vor-Messi nur auf leicht-überfüllt-runtergegangen. Und habe ich nicht neulich viel zu viele Ikea-Decken in Grau gekauft? Ich wusste doch, dass das total sinnvoll war. Gut, graue Decke for the beauty. Und wat for the usebility? Gut, dass wir vor 3 Jahren die Metallregalböden aus dem Ikea-Regal noch gehortet haben. Jetzt kommt für eine Metallplatte der große Moment. Es allein trägt die Verantwortung für den wichtigen letzten Schliff, der das Objekt zu einem Möbelstückchen macht und nicht auf dem Status bleibt Müll-in-Decke-eingewickelt.

 

 

Für alle, die sich nun interessiert zeigen, weil sie sich fragen: Was zum Geier? Und für alle Todesmutigen, die nun auch der Upcycling-Wahn ergriffen hat, hier die Verbildlichung meines "Ecke-Verschönern-Anfalls" in Form einer DIY Montageanleitung:

Man achte darauf, möglichst beherzt zuzutackern. Der Hammer darf dann auch mal zum Einsatz kommen. Ich habe aus Gründen der Ungeduld nur mit der schweren Seite des Tackers zugehauen. Bevor die Tackerei beginnt, sollten die Kisten miteinander verbunden werden. Kabelbinder war nicht auffindbar, daher habe ich mich für das besonders stabile Tesafilm entschieden.

 

 

 

Beim Umwickeln des zukünftigen Designobjekts auf eine schöne Straffheit des Tuches achten. Ein wenig wollen wir die Abdrücke der Flaschenkisten ja sehen, damit man auch gefragt wird, was das denn sei und man seine überaus geistreiche Idee zum Besten geben kann.

 

 

 

Nach der Umwickelung am unteren Ende die Decke kürzen, nach Innen schlagen und ordentlich befestigen. An der Stelle nochmal richtig freuen, wie genial ein Tacker sein kann. Das Innenschlagen sieht nett aus und schützt den Boden vor Kratzern.

 

 

 

Einige Versuche brauchte es doch, um das ideale Hilfsmittel für die Verbindung von Metallplatte und Tuch zu finden. Antirutschpads: Murks! Doppelseitiges Klebeband zum Fixieren und Jutegarn für eine Art Bondage-Design: Man muss ja auch das Nicht-Machbare mal erleben. The shining star: Allzweckekleber! Idee Nr. 1 hätte doch gleich durchprozessiert werden können, aber der Umweg sah vorher so verlockend nach einer Abkürzung aus. Also ordentlich druff mit der Pampe, vorher noch ein wenig die Decke vertackern für mehr Straffheit und die Hoffnung, dass die Platte den Stoff nicht mitnimmt, davor aber noch die Mitte einzeichnen. Denn wer jetzt schlampt, hat die Bahn nicht bimmeln hören.

 

 

 

Mit Hilfe des Eigengewichts für guten Andruck sorgen und mit einem Juchzen der Erleichterung den Haltetest erfolgreich ausführen. Da spürt man förmlich den eigenen Anteil an der Spitze der Schöpfung.

 

 

 

Nochmal apart drappiert für die Kamera, um unserer Community das neue absolut nice Designstück zu präsentieren. Mannigfaltige Möglichkeiten ergeben sich in der Nutzung. Man kann Bücher und sogar eine Lampe darauf stellen. Und die tuchige Hülle hält mit als Haken umgezauberte Büroklammern auch lustige Bilder. Ich ergebe mich: Ich nehme den Titel als Schrottkünstlerin an!

 

 

 

Zum Schluss möchte man natürlich sein neues Lieblingsstück an den für ihn vorbestimmten Ort überführen. Um den eh schon fantastischen Effekt nochmal zu unterstreichen, hier die kaum zu ertragende Situation vor der Verschönerung.

 

 

 

Wenn euch ein WOW!! mit zwei Ausrufezeichen nun entfleucht, bin ich voll bei euch. Wie haben wir bloß so lange so arbeiten können?! Ich möchte mein neues Flaschenkistentischen herzen und knuddeln. Es fügt sich dezent und zärtlich in die Umgebung und dient uns nun nicht nur als Hässliche-Ecke-Verschwindibus-Zaubertisch, sondern wir können es auch noch als Ablage für das Telefon und Fotos nutzen. Ich glaube ich werde beim nächsten Kundenbesuche was Verrücktes ausprobieren und auch mal ein Glas darauf stellen. Mission accomplished! Mal gucken, wie lange ich den Anblick ertrage....

 

 

 

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